Wikifolio Monat März 2021

 

Dieser Artikel dient ausschließlich zur Erläuterung von Entscheidungen im investierbaren Wikifolio „FinancialSkeptic Value“. Der Artikel stellt keine Anlageempfehlung dar. Vor einem Investment in ein Unternehmen/eine Aktie sollte man stets seine eigenen Recherchen durchführen. Dieser Artikel kann falsche Annahmen und Kennzahlen enthalten.

  

Besprochene Inhalte

 

  • Aufnahme von Grange Resources

 

Update zu Grange Resources – Wie eine Erzmine vom Umweltschutz profitieren könnte

 

Im letzten Wikifolio-Brief habe ich die Investmentthese zu Grange Resources erläutert, welche sich im Wesentlichen aus den hohen Eisenerzpreisen und der im Vergleich hierzu nahezu absurd niedrigen Bewertung des Unternehmens speiste. Hierbei hatte ich bereits versucht darzulegen, dass es sich bei Grange Resources nicht um den Betreiber einer durchschnittlichen Eisenerzmine handelt. Zum einen handelt es sich bei der Lagerstätte von Grange Resources um eine Magnetit-Mine und damit um eine Lagerstätte mit der höchstmöglichen Eisenkonzentration und zum anderen baut Grange das Eisenerz nicht nur ab sondern verarbeitet dieses in eigenen Anlagen zu Pellets. Die potenzielle Bedeutung dessen habe ich aus meiner Sicht mit dem ersten Beitrag über Grange jedoch noch nicht eingefangen. Dies liegt an einem interessanten Setup, dass sich nicht nur aus dem hochwertigen Produkt speist, sondern auch daraus, dass Grange fast ausschließlich nach China liefert und China in Sachen Umweltschutz verstärkt Druck auf seine Stahlindustrie ausübt. Wieso dies für Grange durchaus positiv ist, ist wohl kaum selbsterklärend, weshalb ich dies im Folgenden erläutern möchte.    

 

China hat im September vergangenen Jahres ambitionierte Klimaziele ausgerufen. So lies Xi Jinping verlauten, dass der Höchststand an CO2-Emissionen vor dem Jahr 2030 und CO2-Neutralität vor 2060 erreicht werden soll. Wenn man bedenkt, dass China aktuell knapp 1/3 aller CO2-Emissionen weltweit zu verantworten hat, so sind diese Ziele sicher sehr ambitioniert. Wie ernst es China hiermit jedoch meint wird man wohl erst in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sehen. Umso interessanter ist vielleicht was bereits heute in China passiert. Dabei steht die Stahlindustrie unter besonderem Fokus.

 

„Gegenwärtig weist die Eisen- und Stahlindustrie Chinas die größten Kohlenstoffemissionen unter den 31 verarbeitenden Sektoren der chinesischen Volkswirtschaft auf, die Rohstahlproduktion des Landes macht mehr als die Hälfte der weltweiten Herstellung von Rohstahl aus. […] Im Februar 2021 startete der Chinesische Eisen- und Stahlverband eine Initiative, mit der die Eisen- und Stahlbranche dazu animiert werden soll, im Zeitraum des 14. Fünfjahresplans (2021-2025) den Höchststand der Kohlenstoffemissionen vorfristig zu erreichen.“ (Beijing Rundschau)

 

Zusätzlich zu dieser Initiative des Verbandes und vermutlich in Antizipation von zukünftigen Vorgaben der chinesischen Zentralregierung, oder eventuell sogar auf direktes Geheiß, starten einzelne Provinzen bereits damit besonders stark emittierende Stahlmühlen zu schließen. So wurden laut einem Artikel von agmetalminer.com unter anderem bereits Mitte März sechs Hochöfen in der Stadt Tangshan dazu aufgefordert ihren Betrieb einzustellen.

 

Für die Stahlproduzenten bedeutet dies, dass sie unter großem Druck stehen ihre Emissionen zu reduzieren um somit Maßnahmen zu verhindern die ihr eigenes Geschäft bedrohen. Eine Möglichkeit dies zu tun ist qualitativ hochwertigeres Rohmaterial zu verwenden. Sowohl die Verwendung von Eisenerz mit hoher Eisenkonzentration als auch insbesondere die Verwendung von Eisenerzpellets sorgen für niedrigere Emissionen bei der Stahlproduktion. Zu den Vorteilen der Eisenerzpellets zählen laut FEECO International:       

 

·       Verbesserte Produktivität pro Kubikmeter im Hochofen

·       Geringere Emissionen und Staub im Vergleich zu Pulver

·       Geringerer Bedarf an Kokskohle

·       Verbesserte Handhabung und Transport

·       Geringerer Produktverlust

·       Verminderung der Partikelzerkleinerung und der anschließenden Verstopfung des Ofens (wenn die Pellets richtig hergestellt werden)

·       Bessere Leistung im Ofen (Pellets übertragen die Wärme besser als Pulver)

 

Die Nachfrage nach Granges Produkten dürfte durch die chinesischen Bestrebungen zur Emissionsreduzierung also weiter zu nehmen. Daten aus 2017 (entnommen aus einer Unternehmenspräsentation von Ferrexpo) zeigen, dass China bisher nur einen sehr niedrigen Pelletanteil als Input für seine Stahlproduktion nutzt. Die Möglichkeiten Emissionen durch die Anhebung dieses Anteils zu reduzieren sind also groß.

 

 

In der gleichen Präsentation finden sich ebenfalls Daten zu der Entwicklung des weltweiten Pelletangebots sowie der Pelletnachfrage.

 

 

Diese Daten zeigen, dass bereits vor den aktuellen Entwicklungen in China erwartet wurde, dass die Nachfrage nach Pellets als Inputmaterial zur Stahlproduktion am stärksten steigen wird. Demgegenüber ist das Angebot an Pellets jedoch historisch lediglich um ca. 0,5% pro Jahr gestiegen. Die Voraussetzungen für weiterhin hohe und eventuell sogar weiter steigende Pelletpreise sind also exzellent.

 

Schaut man sich die Entwicklung der chinesischen Erz- und Pelletpreise (Daten von custeel.com) für dieses Jahr an, so stellt man fest, dass sich die Erzpreise bisher auf relativ hohem Niveau halten konnten und darüber hinaus die Prämien für Pellets im bisherigen Jahresverlauf, bis zu einem zwischenzeitlichen Hoch vergangene Woche, stetig gestiegen sind. Der für Grange relevante Indexpreis (65% Erz + Pelletaufschlag) lag am 13. Januar bei 240 USD und am 13. April bei 264,5 USD (nach aktuellem Umrechnungskurs knapp 347 AUD).

 

 

Im vergangenen Monat habe ich den Anteil von Grange Resources, zu Kursen unter unserem Einstiegskurs, weiter ausgebaut.

    

 

Wikifolio

 

Ich freue mich, dass mein Wikifolio FinancialSkeptic Value den Status „investierbar“ erhalten hat und durch ein handelbares Zertifikat abgebildet wird. Interessierte können sich über den obigen Link auf Wikifolio.com informieren.

 

 

Disclaimer

 

 

Personen, die mit dem Gedanken spielen in die hier besprochenen Unternehmen oder Finanzinstrumente zu investieren, sollten ihre eigene Recherche durchführen und ihrer Investmententscheidung ihre eigenen Annahmen zu Grunde legen. Dieser Artikel sollte in keiner Weise (so wie alle auf dieser Website vorgestellten Artikel) als Anlageempfehlung verstanden werden. 

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